
Josef Philipp Bitzinger, Sepp Bitzinger, "Bierpapst" Conrad Seidl, "Hopfenprinzessin" Valerie Bitzinger, "Bierfracht" Clemens Kainradl , "Biersepp" Sepp Wejwar
Während die Weinwirtschaft vom prachtvollen Lesewetter und einem vielversprechenden Jahrgang 2011 in höchsten Tönen schwärmt, wurde an der Bierfront zu Michaeli, dem 29. September, der Stichtag der Brauer mit einem fulminanten Event gefeiert.
„Bierpapst“ Konrad Seidl und „Biersepp“ Sepp Wejwar zelebrierten am Ende des alten Braujahres eine einmalige Bierfolge in fünf Flights. Unterhaltsam, lehrreich und pointiert wurden über 20 internationale, meist nur Insidern bekannte, Biere in ungezwungener Doppelconference dem zahlreichen Publikum näher gebracht. All dies wäre aber ohne das Beschaffungsengagement von Biersommelier Clemens Kainradl und seiner „Bierfracht“ nicht möglich gewesen. Biersilvester 2011 Degustationskarte
Tatort des Bier-Geschehens war zunächst Bitzingers Vinothek im Augustinerkeller und anschließend, mit identem Programm, Gergelys gastronomisches Imperium im Schlossquadrat.
Den Weinkennern konnten die Bezeichnungen der einzelnen Gruppen noch wenig vermitteln, doch mit jedem Schluck („Bier spuckt man nicht, sondern trinkt es!“, lernten wir) tauchten die Teilnehmer tiefer und tiefer in die Brau-Materie ein. Ein Steinbier von der Bio-Brauerei Gusswerk aus Salzburg, mit frischem Hopfen gebraut, stimmte auf die Bier-Palette ein.
Von Frucht über Hopfen und Malz bis zu dunklen und kräftigen Brau-Kreationen
Der erste Flight nannte sich „Tutti Frutti“ und repräsentierte Biere mit unterschiedlichen Frucht-Assoziationen. Die Kategorie „Hopfenexplosion“ wurde ihrem Namen voll gerecht und verwöhnte mit herbem Charme. Mildes Malz dominierte dann im Flight „Malty Kiss“, und die „Dunklen Phantasien“ bewiesen, dass farbintensive Biere nicht immer mit Süße verbunden sein müssen. Die Starkbiere („Echte Hämmer“) – von Bock bis Porter – wurden dann ihrer Bezeichnung voll gerecht. Als kräftigster Vertreter betörte von Schloss Eggenberg das „Samichlaus“ (die Schweizer Bezeichnung für den Heiligen Nikolaus) mit aromatischer Süße und protzte mit 14% Alkohol!
Erkenntnisse für die Praxis
Einstimmige Meinung war, dass diese Veranstaltung eindrucksvoll bewiesen hatte, dass Bier mehr als nur ein (vermeintlicher) Durstlöscher ist und in seiner Vielfalt dem Weinsektor schon ganz schön nahe rückt. Auch als Speisenbegleiter bringen sich viele der Gourmet-Biere auf ungeahnte Weise mit neuen Facetten ein und bereichern damit das gastronomische Angebot. Es zahlt sich also aus, auch in die Bierwelt tiefer einzutauchen, und dieser Biersilvester war vielleicht der Startschuss für viele neue Bier-Ideen in der heimischen Gastronomie.